Peter Pollmann
Rezitator
... Im Theas-Theater inszeniert nun der Rezitator und Sprechlehrer
Peter Pollmann Hofmannsthals Werk, spannend und mitreißend.
Der Regisseur bedient sich dabei eines überzeugenden Tricks, indem
er die Figur Elektras aufspaltet: in ihre schwarze, rachsüchtige, sich
windende Seele und den mit Ausdruck tanzenden Körper. Pollmann
selbst spricht auf der Erde kniend, krauchend und winselnd Elektras
Text. Er bringt dabei den Hass und die Verzweiflung an diesem Hass fast
diabolisch zum Ausdruck, stärker als es eine weibliche Stimme vermocht
hätte. Mara Nistal tanzt dazu vor der riesigen und drohenden Maske
Agamemnons (Bühnenbild: Viviana Meretta). Die dabei verwendete Musik
von Anton von Webern passt in ihrer Expressionalität ausgezeichnet zu der
Zerrissenheit Elektras. Neben den beiden Profis spielen vier Amateure: Dirk
Peters als Orest, Christine Fett als Chrysothemis und Ursula Schwarz-Prokop
zusammen mit Christiane Lindner als gedoppelte Klytemnästra. Alle zusammen
geben ein überzeugendes, fast beängstigendes Gesamtbild davon, wie eine
unbändige Kraft innigste Sehnsüchte und Träume verteidigt und durchsetzt.
Der anspruchsvolle Text Hofmannsthals kommt so zu einer starken Wirkung.
Kölner Stadtanzeiger, Günter Jeschke | Bergische Landeszeitung, Bernd F. Hoffmann